Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

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ernesto
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Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von ernesto » So 5. Okt 2014, 09:44

Hallo,
als Rentner besuche ich manchesmal noch meine alten Kollegen. Da wird dann erzählt was man so macht usw. Wenn ich dann so meine Hobbies aufzahle erwähne ich auch immer das gelegentliche Basteln von Internetseiten. Rundum bekomme ich dann so ein mitleidiges Lächeln: "So was macht man doch heute nicht mehr selbst".
Da gibt es im Netz zahllose Internetseiten mit fertigen Templates und Webseiten-Baukästen. Einer baut so bis zu 7 fertige Seiten pro Woche nebenher für seine türkischen Freunde, huptsächlich Handwerker..
Das würde mir überhaupt keinen Spaß mehr machen. Mich reizt das neu gestalten.
Ähnliches passiert mir, wenn ich "Blender", das 3-D-Programm, erwähne. Da gibt es scheinbar auch eine ähnliche Entwicklung.
Mich würde mal interessieren, wie das Verhältnis von halbfertigen- zu neu kreierten Webseiten ist.
Was meint Ihr?

Ciao
Ernst

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TmoWizard
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Re: Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von TmoWizard » So 5. Okt 2014, 23:42

Hallöchen ernesto,

das ist nun eine gute Frage! Von den ganzen Baukästen halte ich mal gar nichts, eine eigens kreierte Website ist einfach etwas individuelles. Im allgemeinen erkennt man es auch sofort, ob eine Site selbst gemacht oder mit einem Baukastensystem erstellt wurde. Letztere sehen sich oft sehr ähnlich, da diese Dinger immer nur eine begrenzte Auswahl an Themes haben. Meine muß ich demnächst nochmal nachbearbeiten, da sich dort doch noch ein paar Fehler eingeschlichen haben.

Anders sieht es da mit Blogs oder so aus. Ich würde nie versuchen, so etwas selbst zu entwickeln! Meine normale Website ist zwar mit dem KompoZer erstellt und auch das Gästebuch habe ich dahingehend angepaßt, für das Blog verwende ich allerdings WordPress.org. Da gibt es so viele Themes, die man zum Teil auch noch anpassen kann, so daß eigentlich kein Blog wie der andere aussehen muß. Wobei ich allerdings in letzter Zeit bemerke, daß viele Blogger das Standardtheme ohne eigene Einstellungen verwenden. Ich habe sogar das gewählte Theme an meine Bedürfnisse angepaßt, so daß es kaum noch zu erkennen ist! ;)

Zu Blender kann ich jetzt nichts sagen, das ist nicht meine Welt. Dafür bastele ich manchmal mit Gimp, das macht auch Spaß! :mrgreen:

Viele Grüße aus Augsburg

Mike, TmoWizard Bild <-- (Der ist von mir mit Gimp erstellt!)
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Re: Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von anke » Mo 6. Okt 2014, 16:47

Hallo zusammen

ich denke es kommt immer darauf an, aus welchem Grund man eine Webseite benötigt. Es ist natürlich viel einfacher, sich eben schnell eine Webseite aus einem Baukastensystem zusammen zu klicken. Wenn man keinen großen Wert auf Individualität legt und sich auch nicht mit dem Quellcode auseinandersetzen möchte, reicht das bestimmt auch aus.

Wenn man aber wie wir hier wissen möchte, was sich unter der Motorhaube befindet und auch eine ganz individuelle Lösung im Design und Aufbau sucht, ist es wohl viel wertvoller, wenn die Webseite selbst gebastelt ist. Ich persönlich würde mich mit so einem Baukasten nicht wohl fühlen. Ich weiß nicht, wer den Code gestrickt hat und ob er sicher ist. Auch gibt es häufig Probleme mit der Sicherheit bei Baukastensystemen. Auch wenn ich Wordpress als Blogsystem ganz nett finde, wurde schon so oft gemeldet, das Wordpress gekrackt wurde. Meine Webseiten sind bestimmt auch nicht immer fehlerfrei, jedoch sind das dann meine Fehler und haben nicht solche Auswirkungen wie ein Fehler in einem so weit verbreiteten CMS-System.

Ich glaube jedoch nicht, dass ich besonders objektiv bin. Dafür bin ich schon viel zu lange mit KompoZer unterwegs und bin auch froh, dass es ihn gibt.

Viele Grüße
Anke

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ernesto
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Re: Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von ernesto » Mo 6. Okt 2014, 18:03

Hallo Mike, hallo Anke,
mit den Baukästen von 1&1, STRATO läßt sich leicht argumentieren. Damit arbeitet mein türkischer Freund aber nicht. Da könnte er aber auch den Arbeitspreis nicht verlangen :)
Ich denke eher an solche Seiten:
http://templated.co/
http://mitchinson.net/templates.php
http://www.templatemonster.com/de/kostenlose-vorlagen/
Da gibt es durchaus anspruchsvolle Seiten. Was mich aber immer noch interessiert ist, welchen Anteil haben mittlerweile diese Fertigprodukte?
Ich hatte bei meinen Seite bisher das Privileg, daß ich nach einer Konzeptskizze die Seite entwickeln konnte.

Grüße
Ernst

anke
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Re: Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von anke » Di 7. Okt 2014, 06:44

Die sehen ja alle gleich aus :(
Im ersten Link erinnern mich die Template an Soziale Netzwerke. Vielleicht ist das ja so gewollt.

hmpf... ich würde sie nicht verwenden.

Connor
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Re: Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von Connor » So 2. Nov 2014, 15:39

Hallo in die Runde!

Ich denke auch dass bei dieser Frage der menschliche Faktor berücksichtigt werden sollte!
Der Mensch neigt, aus seinem natürlichen Verhalten heraus, generell zur Bequemlichkeit.
Deshalb denke ich auch, dass so ein Baukastensystem, vielen sehr entgegen kommt, weil es wenig Arbeit macht und es schnell funktioniert/funktionieren kann!
Auch haben viele Menschen unter Umständen nicht die Zeit, sich intensiv mit Webseitenerstellung zu beschäftigen!
Aber wenn man dennoch eine Webseite möchte/benötigt, ist so ein Baukastensystem nicht verkehrt!
Was so eine Webseite kostet, wenn man sich die anfertigen lässt, brauche ich ja nicht wirklich zu erwähnen.
Dabei gehe vom legalen Anfertigen lassen aus.
Ich denke, "Beides" hat seine Daseinsberechtigung.

Ich fertigte und unterhalte meine Webseite auch immer von Had zu Fuß!

Gruß

mich78
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Re: Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von mich78 » Mo 3. Nov 2014, 00:56

Ich glaube der Begriff "Webbaukasten" müsste erstmal klar umrissen werden damit man darüber diskutieren kann.

Was ist ein "Webbaukasten"?
  1. Eine zusammenklickbare Seite mit z.b. 5 Seiten wie sie Webhoster wie Strato anbieten
  2. Eine Blog-Lösung (CMS) WordPress
  3. oder ein noch umfangreicheres CMS wie Joomla, Drupal oder Typo3 ect.
Gundsätzlich hat jede Lösung seine Berechtigung.
1. Eine zusammenklickbare Seite mit 5 Seiten wie sie Webhoster wie Strato anbieten
Wer sich nicht auskennt und eine kleine Seite zusammenklicken will kann zu dieser Lösung greifen.
Es dürfen nicht zu viele Seiten werden sonst wird es schnell teuerer als eine andere Lösung.
Außerdem muss man sich darüber im klaren sein das man sich ein Stück weit vom jeweiligen Webhoster abhängig macht.
Die Funktionalität ist eingeschränkt und vom jeweiligen Hoster abhängig.
Eigenes Design (Corporate Identity) dürften meistens unmöglich sein, ebenso das "nachrüsten" von Funktionen die nicht im Leistungskatalog des Hosters stehen.
2. Eine Blog-Lösung (CMS) WordPress
Wenns ein Blog sein soll auf jeden Fall, diese Funktionalität nach zu programmierten macht höchstens aus didaktischer Sicht sinn.
Themes gibt es 1000de, und wer will kann sich auch jederzeit ein ganz eigenes individuelles Theme für WordPess bauen, bzw. bauen lassen.
Gerade "kleine Webdesigner" arbeiten sehr häufig mit Wordpress, und das nicht nur bei Blogs, sondern oft auch für klassische Webseiten.
Wenn ihr nach dem Seitenaufruf einfach mal "wp-admin/" an die URL anhängt, werdet ihr euch wundern wie oft ihr in einem WordPress-Backend landet.
Schneller als mit Wordpress setzt man wahrscheinlich auch keine Seite auf (Zeit ist Geld).
Inhaltliche Änderungen können vom Seitenbetreiber selbst erledigt werden (Texte und Bilder einfügen, neue Seiten Anlegen usw.) d.h. auch hier entstehen nicht immer weiteren Kosten.
Darüber hinaus ist WordPress leicht durch Plugins zu erweitern, was evtl. Folgekosten drückt.
WordPress selbst halte ich für sehr ausgereift und ziemlich sicher. Die angesprochenen Sicherheitlücken stammen meist nicht von WordPress selbst, sondern von Plugins die (oft unbedacht) installiert wurden.
3. Ein noch umfangreicheres CMS wie Joomla, Drupal oder Typo3 ect.
Diese Lösungen sind für umfangreiche Internetseiten oder Comunities mit 100en oder 1000den Unterseiten gadacht die Redaktionell mit inhalten gefüllt werden. Mit solchen Projekten werden wohl die allerwenigsten von uns in Berührung kommen. Das ist eindeutig das Terrain von größeren Firmen.

Mein Fazit
Für mich liegt KompoZer irgendwo zwischen Baukasten 1 und 2.
Soll eine Statische Website erstellt und individuell gestaltet werder, deren Inhalte sich nur selten ändern kann KompoZer eine gute Wahl sein.
Sobald eine dynamische Seite gefragt ist scheitert Kompozer weil er weder mit PHP noch mit JavaScript vernünftig umgehen kann. Das heißt aber nicht das man nicht ein Template mit KompoZer erstellen, und dann für eine WordPress-Seite verwenden kann.

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ernesto
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Re: Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von ernesto » Mo 3. Nov 2014, 20:00

Hallo mich78,
ich habe in meinem Beitrag eigentlich noch eine andere Variante angesprochen: Fertige, kostenlose, Seiten die ich z.B. in KompoZer anpassen kann. Ich habe 3 Seiten aufgeschrieben. Nimmt man die einzelnen Vorlagen so geht das in die Hunderte. Ich hab z.B. bei BlueGriffon eine Verlinkung zu 2900! Templates.
Meine Frage war eigentlich, wie hoch ist der Anteil der Internetseiten die so oder so ähnlich erstellt werden? Ist das nur der Amateurbereich und vielleicht noch Handwerker oder Kleinbetriebe oder ist es die große Masse? So wie vielleicht in der Fotografie: Die Masse fotografiert digital aber einige Wenige fotografieren immer noch analog, mit Film und Dunkelkammer.

Ciao
Ernst

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Re: Wer macht heute schon noch selbst Internetseiten?

Beitrag von mich78 » Di 4. Nov 2014, 00:31

Ok, die sogenannten Baukästen sind das eine, fertige Templates das Andere.

Wie oft fertige Templates genutzt werden kann man nicht einschätzen.
Das gilt vor allem wenn die dann noch angepasst und geändert werden.
In diesem Fall ist ja nicht mehr zu erkennen ob es sich um eine Vorlage oder "Handarbeit" handelt.

Wenn man selbst öfter Websiten macht, fängt man auch nicht immer von Null an.
Dann macht es Sinn wenn man auf mehrere "Gundtemplates" zurückgreifen kann.

Oft werden dann auch mehrere CSS-Dateien verwendet, und das ganze methodisch kombinieren zu können. Das könnte z.B. so aussehen:
CSS-Dateien für unterschiedliche Layouts:
  • Einspaltig horizontale Navigation
  • Einspaltig vertikale Navigation
  • Zweispaltig horizontale Navigation
  • Zweispaltig vertikale Navigation
  • usw.
CSS-Dateien für Schriftformatierungen
  • Schriftarten
  • Schritfgrößen
  • Schriftfarben
  • usw.
Eine CSS für andere (besondere) Dinge z.b.
  • Aufklappnavigation
  • Kontaktformulare
  • Backend
  • usw.
Die vorgefertigten Dateien fürs Layout sind normalerweise sehr zahlreich weil man jedes Layout auch noch %, em oder px-basiert bauen kann.

Wenn man genug Vorlagen hat spart man sich jede menge Zeit, und kann durch kleine abänderungen alles damit umsetzen.
Entweder bindet man die passenden CSS-Dateien einfach ein, oder man kopiert sich die CSS-Formatierung in eine Einzige CSS-Datei (was aus Preformance-Gründen besser ist).
Auf jeden Fall muss man diese Teile nicht jedes mal wieder neu entwickeln.

Ich denke das eine "wiederverwendung von Code" absolut üblich ist.
Das gilt für Scriptsprachen (HTML / CSS / JavaScript) ebenso wie für Hochsprachen (Java / C++).
Im Profibereich ist das sicher noch mehr Praxis als im Amateurbereich.
Der Grund liegt auf der Hand, es ist einfach unnötig den selben Quelltext immer und immer wieder zu schreiben. Das verursacht unnötige Kosten und macht einen nicht gerade konkurenzfähig.

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